Google Analytics: damals und heute

Wie alles begann: Urchin

1995 wurde in den USA die Firma Urchin gegründet, die sich mit der Entwicklung von Software zur Webanalyse beschäftigt. Zunächst befasst sich das junge Unternehmen nur mit der Auswertung von Logfiles, erst im Laufe der Zeit auch mit der Datenerfassung auf Webseiten.  Die Grundfunktionen von Analytics, wie wir sie heute kennen, gehen bis auf diese Zeit zurück.

Schon damals wurden grundlegende Funktionen wie Kampagnen- oder E-Commerce Tracking entwickelt. Dem aufmerksamen Leser dürfte an dieser Stelle sofort der Hintergrund der Namensgebung UTM (Urchin Tracking Monitor) der Kampagnentracking Parameter klar werden. Ebenso wird jetzt auch die Zusammensetzung der Tracking ID transparent. Das bis heute vorstehende Kürzel UA (UA-1234-1) steht schlichtweg für Urchin Account.

Dann kam Google ins Spiel

Im März 2005 hat Google die Firma Urchin übernommen und das Produkt unter Google Analytics platziert. Dabei war Analytics von Anbeginn kostenlos. Der Ansturm war entsprechend beachtlich und  in der Phase konnte man den Dienst nur auf Einladung nutzen. Erst ein Jahr später stand die Infrastruktur und Kapazität bei Google, um Analytics jedermann zur Verfügung zu stellen.

In der Folge wurde Analytics stetig weiterentwickelt und sowohl in Sprachen (heute bis zu 31) und Funktionen erweitert. 2007 gab es eine erhebliche Verbesserung in der Weboberfläche und den erweiterten Reporting Funktionen.

Universal Analytics Launch

Das uns heute bekannte Universal Analytics wurde mit einer neuen Version der Tracking Scripte 2013 vorgestellt und stellt bis heute den Standard von Analytics dar. Nicht alle kommerziellen Analyseprodukte schaffen es, in Sachen Bedienung und Funktion an den quasi Benchmark Analytics heranzukommen. Das erklärt den Marktanteil von ca. 80% (je nach Quelle findet man hier Werte zwischen 75% und 85%.). Highlights von Universal Analytics war schon damals die Möglichkeit auch ein geräteübergreifendes Tracking zu implementieren und die Auswertung der sogenannten Customer Journey.

Universal Analytics enhanced E-Commerce Tracking

Eine wesentliche Erweiterung im Universal Analytics hat etwa 2015 stattgefunden. Hier wurde das enhanced E-Commerce Tracking ergänzt – eine deutlich erweiterte Analyse für Webshops.

Google Analytics

Teamplayer Analytics

Ein Vorteil bei den Google Produkten, und natürlich auch bei Analytics, ist die einfache Verknüpfung mit anderen Diensten, wie zum Beispiel Google Ads, der Google Search Console oder dem Google Tag Manager. Damit kann der Nutzer bequem Daten zwischen den verschiedenen Programmen teilen und so optimal nutzen. Der Austausch von Daten ist einfach sehr bequem und kann von kaum einem anderen Marktteilnehmer so bedient werden. Exportfunktion der Daten oder sogar Zugriff per Schnittstelle (API) auf diese Daten lassen das Herz von Zahlen-Analysten höher schlagen. 

Kennzahlen ohne Ende

Natürlich sind auch die Werte unter der Haube maßgebend. Universal Analytics stellt heute out of the box schon 518 Dimensionen und Metriken zur Auswertung zur Verfügung. Wem das noch nicht ausreicht, der kann in der kostenlosen Version bereits 40 weitere Kennzahlen individuell ergänzen. Da bleibt in der Regel kein Auswertungswunsch mehr offen. Und all diese Werte lassen sich noch bequem in das Data Studio für noch ansehnlichere Berichte übertragen.

 Google Analytics 4

Im Oktober 2020 wird nun Google Analytics 4 präsentiert und steht den Nutzern ab sofort kostenlos zur Verfügung. Als Vorläufer gilt hier die Property Variante “App & Web Property”, die vor einem Jahr im Analytics Konto Einzug gehalten hat –  als Beta Test dem ein oder anderen bekannt. Große Aufmerksamkeit oder intensive Nutzung hat diese Version bis dato nicht erfahren. Dies soll sich jetzt unter dem Namen Google Analytics 4 zum neuen Standard erklären.

Google hat mitgeteilt, dass die GA 4 als Hauptversion weitergeführt wird und Universal Analytics entsprechend abgekündigt ist. Ein genaues Datum ist dazu aber nicht kommuniziert.

Einiges Neues auf einen Blick:

  • Mess-ID statt Tracking-ID
  • Bezeichnung G- statt UA-
  • Datenerhebung nun User-zentriert statt Sitzung basierend
  • im Vordergrund: Analyse der Herkunft (Plattform und Device)
  • erhöhter Datenschutz und erhöhte Sicherheit der User
  • Cookie-lose Messverfahren
  • Schnittstelle zu Google Cloud BigQuery Datenbank (weitere Schnittstellen zu Google Tools folgen)
  • 59 statt 518 Dimensionen und Metriken
  • standardmäßige Erkennung und Ausweisung von 11 Ereignissen
  • mehr Freiraum für Individualisierung
  • Aktivierung und Einbindung einer Vielzahl Customer Events und E-Commerce Parametern
  • Anzahl Conversions nun 30 statt 20

Google Analytics Reports

Die Anzahl der Standard Reports ist drastisch gesunken. Ebenfalls setzt hier das Tool auf freie Anpassung und Individualisierung. Berichte können auch zukünftig über sogenannte Templates aus einem allgemeinen Verzeichnis hinzugefügt und ergänzt werden.

Wie geht es weiter?

Aufgrund der komplett unterschiedlichen Datenstruktur und der eigenen Datenerhebung ist eine Migration der Universal Daten in GA4 nicht möglich. Das Wording von Google im Konto, den Account zu “migrieren” ist damit mißverständlich. Wie lange Universal Analytics noch zur Verfügung steht ist aktuell nicht von Google kommentiert. Die Tatsache, dass es von GA4 noch keine Profi Bezahlversion gibt,  lässt darauf schließen, dass es hier noch einige Zeit dauern wird. Zusätzlich hängt es sicherlich auch davon ab, wie schnell Unternehmen auf GA4 wechseln und wie sich entsprechend der Marktanteil entwickelt. Auf der anderen Seite haben neue Analytics Konten auch nur noch GA4 zur Verfügung. Man wird es sehen.

Empfehlung

Um möglichst schnell einen signifikanten Datenbestand aufzubauen empfehlen wir in jedem Fall zeitnah eine GA4 Property parallel zur bestehenden Universal Analytics einzurichten und zu betreiben. Das ist technisch problemlos möglich. So kann man sich mit GA4 langsam anfreunden aber auch noch auf die gewohnten bestehenden Berichte zugreifen. Wenn der harte Umstieg dann kommt, haben sie bereits eine Basis mit ausreichendem Datenbestand – also auch Historie – zur Verfügung, um dann sinnvolle Analysen durchzuführen. 

Sie sollten also wie folgt vorgehen:

  • GA4 Property zusätzlich einrichten
  • GA4 Custom Events definieren und implementieren
  • im Bedarfsfall E-Commerce Tracking einrichten

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